In memoriam Sr. M. Cornelia Doberauer

 
Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb am 6. Juni 2014 Sr. M. Cornelia Doberauer, nachdem sie am 1. Mai noch ihren 80. Geburtstag hatte feiern können.
Sie wurde am Pfingstsonntag auf dem Deutschen Friedhof in La Paz unter großer Anteilnahme der Lehrer und Schüler beerdigt.

Geboren am 1. Mai 1934 in Mies im Böhmischen, erlebte Helmtraud, so ihr Taufname, als Kind die Schrecken des Krieges und der Vertreibung.
In Prien am Chiemsee konnte die sechsköpfige Familie schließlich wieder Fuß fassen. Schon bald aber kam Helmtraud ins Internat nach Seligenthal, wo sie 1954 das Abitur machte.
Anschließend absolvierte sie die Ausbildung zur Grundschullehrerin, trat 1956 ins Kloster ein, wurde am 22. April 1957 eingekleidet und erhielt den Namen Maria Cornelia. Am 14. April 1961 feierte sie die ewige Profess. Ein Jahr später begann sie auf Wunsch von Frau Äbtissin M. Columba in München Kunst, Literatur und Englisch zu studieren.
Danach arbeitete sie als Lehrerin in der Grundschule, im Gymnasium und in der Fachakademie für Sozialpädagogik in Seligenthal. Über das Bolivienbüro stand sie in ständigem Kontakt mit dem Colegio Ave Maria in La Paz. Da Sr. Immolata dort Unterstützung brauchte, brach Sr. M. Cornelia mit Erlaubnis von Frau Äbtissin M. Columba nach Bolivien auf, das sie vom ersten Tag an als ihre neue Heimat annahm.
Im Colegio Ave Maria war sie bis 2006 als anspruchsvolle und erfolgreiche Lehrerin für Deutsch, Latein, Religion und Kunst tätig. Die Abiturienten des Colegios durften sich über Zeugnisse freuen, die Sr. M. Cornelia in besonderer Weise kalligraphisch gestaltete. Für ihre Verdienste in der Schule wurde Sr. M. Cornelia auch mehrfach ausgezeichnet, z.B. als „Maestro al mérito“ durch den bolivianischen Staat oder indem sie von den Abiturienten des Jahrgangs 2011 als „Madrina“ gewählt wurde.
Nach ihrem Ausscheiden aus dem Schuldienst war Sr. M. Cornelia unersetzlich bei der Pflege von Sr. M. Immolata, bis zuletzt aber auch als Sakristanin, als liebenswürdige Betreuerin der Gäste, im Garten bei den Blumen und überall, wo eine helfende Hand gebraucht wurde. Daher hinterlässt sie in dem kleinen Konvent eine große Lücke.
Sr. M. Cornelia dachte und lebte nach dem Motto des heiligen Bernhard: „Nur glänzen ist eitel, nur brennen ist wenig, glänzen und brennen ist vollkommen.“ Sie selbst drückte es so aus: „Wenn du von etwas nicht begeistert bist, ist es schwer, andere damit anzustecken.“


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