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Konzert in Fürstenfeldbruck

Musikgruppe Karumanta und Tanzgruppe Kalasasaya

Zu einer musikalischen Rundreise durch Bolivien hatte der Club Illimani München e.V. am Sonntag, 26. April 2015, ins Pfarrheim St. Bernhard in Fürstenfeldbruck eingeladen. Zusammen mit der Musikgruppe Karumanta und der Tanzgruppe Kalasasaya des deutsch-bolivianischen Clubs sowie mit Unterstützung des Brucker Forum e.V. durfte das Publikum etwas vom Schönsten und Wichtigsten der bolivianischen Kultur kennenlernen: Ihre freudige, ausdrucksstarke, mitreißende Folkloremusik und ihre unterschiedlichen, bunten, kraftvollen, traditionellen Tänze.
Trotz des sonnigen Wetters begaben sich zahlreiche Bolivieninteressierte und -begeisterte nach Fürstenfeldbruck, um ca. 2 ½ Stunden in Gedanken vom Altiplano über die Täler bis zu den Regionen des Regenwaldes zu reisen. Dazu wurden eindrucksvolle Bilder an die Wand projiziert und so fiel es einem nicht schwer, sich nach Bolivien zu träumen. Zwischen den Musikstücken erfuhren die Besucher etwas über Land und Leute sowie über die Hintergründe der Tänze und ihre Traditionen. Ein Großteil der Tänze ist Bestandteil des Karnevals von Oruro, im Herzen Boliviens, der im Jahr 2001 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. So zeichnet sich beispielsweise die „Morenada“, einer der populärsten Tänze Boliviens, nicht nur durch ihre farbenfrohen und schmuckreichen Kostüme aus, sie soll auch an die Vergangenheit erinnern, als Bolivien noch unter der Herrschaft der spanischen Krone stand. Unter unmenschlichen Bedingungen mussten Einheimische zusammen mit aus Afrika verschleppten Sklaven in den Silberbergwerken von Potosí arbeiten. Später, als das Schreckensregiment vorbei war, wurde aus den Überlieferungen der Tanz „Morenada“ geschaffen, der mit den klassischen Ratschen („Matracas“) an die langen Märsche erinnern soll, die die afrikanischen Sklaven, begleitet vom Rasseln ihrer Ketten und dem Quietschen der Kutschen, bis nach Charcas, Potosí und in die Yungas zurücklegen mussten.
Auch weitere Tänze, wie „Kullaguada“, „Tinku“, „Chaquarera“, „Cueca“ und „Huayño“ wurden von den zwei Gruppen präsentiert. Die Mitglieder der Musik- und der Tanzgruppe kommen aus Bolivien, Deutschland und Peru, leben in und um München und widmen sich in ihrer Freizeit der Erhaltung, Pflege, Verbreitung und Bekanntmachung der andinen, insbesondere der bolivianischen Musik sowie ihrer Volkstänze. Der Name „Karumanta“ stammt aus dem Quechua und bedeutet „Von weit her“. Der Name „Kalasasaya“ stammt aus dem Aymara, bedeutet „Stehende Steine“ und bezeichnet die Ruinen einer Tempelanlage der Stadt Tiahuanacu am Titicacasee.
Dem Club Illimani e.V. und seinen Mitgliedern war es wichtig, durch diese Veranstaltung die Arbeit des Colegio Boliviano-Alemán AVE MARIA in La Paz zu unterstützen. So gingen die gesamten Einnahmen des Nachmittags an das Colegio. Den Bezug zu diesem Projekt stellte ein Mitglied der Musikgruppe her: Ein halbes Jahr durfte Ana María Matos von April bis September 2013 als freiwillige Helferin und Praktikantin an dieser Schule arbeiten. Als angehende Mittelschullehrerin hospitierte sie im Religions- und Deutschunterricht, hielt Stunden und half in den beiden angeschlossenen Internaten mit.
Stolz durfte zu Ende des Konzertes verkündet werden, dass über 600 Euro für das Colegio an Spenden gesammelt werden konnten. Durch den Verkauf von Getränken und kleinen kulinarischen Spezialitäten aus Bolivien konnte man einen Endbetrag von insgesamt 800 Euro erzielen!
Zum Abschluss wurde gemeinsam mit dem Publikum ein Huayño getanzt und so durften alle glücklich, zufrieden und begeistert von der bolivianischen Kultur nach Hause fahren.

Bericht von Ana María Matos Mendoza